Baufinanzierung Phase 1: Planung

Ich erlebe es fast jeden Tag: Eine Anfrage für eine Baufinanzierung (ob nun Haus /Wohnung/ Neubau /Altbau / Modernisierung etc.) kommt auf meinen Tisch. Ich rufe dann den/die Interessent/in an, um konkretere Informationen zur Situation zu erhalten. Fast immer werde ich dann sofort gefragt, ob ich die Kondition von der xy Bank noch unterbieten kann. Ich muss dann immer innerlich ein wenig lächeln. Theoretisch und ohne Obligo (wie die anderen auch) kann ich alles unterbieten – die Frage ist nur, ob ich das auch will. Zu diesem frühen Zeitpunkt ist es meist völlig sinnlos.

Checklist box

Was heißt das in der Praxis? Am Anfang einer derart weitreichenden Entscheidung sollte immer erst geklärt werden, ob die Idee / der Kaufwunsch etc. auch überhaupt langfristig tragbar ist. Bei Familien hängt da ja nicht nur das monatliche freie Budget ab, sondern noch viel mehr.

Die derzeitige Finanzmarktlage (extrem niedrige Zinsen) verführt sehr häufig Mitbürger, deren Einkommen in „Normalzeiten“ für eine gesunde Finanzierung nicht so richtig ausreichen würde, dazu sich in das Abenteuer Immobilienfinanzierung zu begeben, ohne die mittel- bis langfristigen Risiken zur Kenntnis zu nehmen. Häufig erhalten sie allerdings Angebote der Kreditfabriken, die zunächst plausibel erscheinen, bestenfalls aber nur bis zum Ende der ersten Zinsbindungsperiode (meist 10 Jahre) halten. Danach ist der Vorgang häufig ein Fall für den „Friedhof der Finanzierungen“, wie jedes Jahr die Zahl von ca. 38.000 Zwangsversteigerungen beweist. In zehn Jahren sind das 380.000 gescheiterte Finanzierungen – wobei das bei ca. 80 % nicht sein müsste. Wenn sie nur etwas mehr Zeit und Gehör (nicht dem billigsten Zins) sondern der sichersten Finanzierung geschenkt hätten. Aber das ist der Unterschied zwischen Amateur und Profi.

Was mache(n) ich/ wir anders?

Wir besprechen zuerst Ihre Ziele und Wünsche und klären ab, ob das langfristig realistisch und auch seriös machbar ist. Das heißt für uns, mindestens einen Plan A und einen Plan B zu entwerfen.

Dazu werden wir Ihnen ganz viele Fragen stellen – zu Ihrer jetzigen Situation, zu Ihrer Motivation, zu Einkommen und Ausgaben, zu Vorkenntnissen, zu handwerklichen Fähigkeiten usw. usw.

Warum? Weil wir /ich mich in Ihre Situation versetzen können muss, um zu entscheiden, ob ich Ihnen eine Dauerbelastung über 30 bis 40 Jahre zumuten/zutrauen kann. Solange dauert es nämlich, bis die letzte Rate an die Bank zurückbezahlt ist und Sie aus der rechtlichen Unterwerfung in die sofortige Zwangsvollstreckung entlassen werden.

Auch ganz wichtig ist ein Blick in Ihre Zukunft: Werden Sie in Kürze etwas erben, steht eine Beförderung an? Wie sieht Ihre derzeitige Vermögensbilanz aus? (Wichtiges Kriterium bei einigen Banken). Was könnte alles noch verbessert und optimiert werden?

Wie möchten Sie die Zusammenarbeit gestalten? Legen Sie Wert auf persönliche Treffen oder möchten Sie eine rund-um-die-Uhr online/Telefon Betreuung oder lieber beides?

Wie wichtig ist Ihnen eine ganzheitliche Unterstützung bis zur Zahlung der letzten Rate – oder möchten Sie lieber alles selber machen? Wer entscheidet – und wer entscheidet alles mit?

Das alles und vieles mehr sollte professionell geklärt werden – dann erst folgt Stufe 2.

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